Dienstag, 1. März 2022

Chancen erkennen in üblen Zeiten

 

Putin lässt einmarschieren und droht dem Westen mit atomaren Optionen.

Gerade hier muss ‚Der Westen‘ reagieren. Was ‚Der Westen‘ sehr gut kann ist: Selbst unter übelsten Umständen profitable Chancen erkennen und nutzen. Ein Beispiel.

Das ambitionierte Start-up Unternehmen Bangwum Industries. (Internes Motivationsmantra: VUCA is old white men.) Es ist ein neuer Player auf dem umkämpften hochpreisigen Markt der Smartwatches /Fitnesstracker.  Bangwum bringt seine Smartwatch ‚Hyper4‘ auf den Markt. Überragende Technologie, überwältigende Fülle von Funktionalitäten mit dem Fokus auf Fitness, verspricht das Unternehmen. Es führte an dieser Stelle zu weit, sämtliche Applikationen der Uhr aufzuzählen. Unter anderem ist eine 24/7 Knieknorpel-Verschleiß-Warnung dabei. Das herausragende Alleinstellungsmerkmal ist jedoch eine Art Geigerzähler.  

Durch die integrierten neu entwickelten, hochsensiblen Sensoren kann der sportlich aktive Mensch gerade im Außenbereich jederzeit erkennen, wie hoch die radioaktive, gesundheitsgefährdende oder gar tödliche Strahlenbelastung ist. Zudem berechnet die Uhr wie lange sportliches Tun in eben dieser belasteten Umgebung  möglich ist, bevor ernsthafte gesundheitliche Schäden zu erwarten sind. Bei zu hoher Belastung ertönt eine Reminiszenz aus Zeiten des  Kalten Krieges: ‚Duck and Cover‘  (https://www.youtube.com/watch?v=zMnKNHNfznE).

‚Die ersten 1000 Besteller erhalten 20% Rabatt. Der Preis wird Sie überraschen,‘ teilt das Unternehmen mit - flankiert von dem nicht gerade originellen Claim:

‚ Hyper4– Ihre Sicherheit – unsere Mission‘.

 

Montag, 7. Februar 2022

Zurück in die Zukunft. Nostalgie Marketing.

 


 


Ein Gewährsmann aus Berlin informierte den Verfasser dieser Zeilen, dass von der weit verbreiteten Handelskette mit vier Großbuchstaben in der Rubrik ‚ Aus der Region‘  das oben abgebildete Suppenprodukt beworben wird. Was sofort ins Auge fällt ist das Kürzel NVA. Für die jüngeren und in der BRD sozialisierten Leser: NVA steht offenbar für Nationale VolksArmee. Diese war überwiegend auf dem Gebiet der DDR tätig. Sie wurde im Oktober 1990 aufgelöst. Ein weiteres Indiz, dass es sich tatsächlich um einen nostalgischen Armeebezug handelt,  findet sich in der naturalistischen Abbildung einer sogenannten ‚Gulaschkanone‘ und nicht zuletzt in dem Namen „Feld-Suppe“. Diese Suppe hat ihren Ursprung folglich in mobilen Feldküchen, wurde bei Manövern oder in Gefechtspausen – also im Felde - genossen. Nun ist die Anbindung des Suppenprodukts an die historische Armee nicht unproblematisch. War doch die NVA in der Bundesrepublik (alt) kein positiv besetzter Begriff. Ob er das auf dem Gebiet der ehemaligen DDR war und ist, darf bezweifelt werden. Was also wird der Konsument erwarten dürfen? Eine geschmackliche Referenz an Lederstiefel und verschwitzte Unterwäsche, einen Hauch von Pulverdampf und Waffenöl. Das ist auf die Schnelle nicht zu klären. Der Gewährsmann versuchte eine Dose bei der Handelskette, die den Prospekt in Umlauf gebracht hatte, zu erwerben um im schonungslosen Selbstversuch die Fragen zu klären. Ohne Erfolg.

Es hieß: Das Produkt sei vergriffen. Man könne auch nicht sagen, wann es wieder geliefert wird. An dieser Stelle wird Nostalgie zur aktuellen Realität.                                                                                                                                                                                                                   

Donnerstag, 6. Januar 2022

Buridans Esel – Über das Treffen von Entscheidungen

 

‚Buridans Esel‘ ein Gedankenspiel aus dem Mittelalter: Der Esel steht zwischen zwei identischen Heuhaufen und verhungert, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er auswählen soll. (Weitere  Details kennt Google) Das arme Tier. Wie könnte es vor dem Hungertod bewahrt werden? Möglichkeit A. Chuck Norris erschlägt den Esel mit seinem berühmten Kick. Dabei nähme Norris einen Gedanken von Josef Stalin auf. Dem wird der Satz zugeschrieben: ‚Kein Mensch (in unserem Fall Esel), kein Problem.‘ Möglichkeit B: Man entferne einen Heuhaufen und somit die Wahlmöglichkeit. Beide Lösungen sind unbefriedigend. Letztlich gerät der Esel in die missliche Situation durch fehlende Information. Er sollte wissen: Zwei Heuhaufen können nicht identisch sein. Der eine enthält möglicherweise ein vierblättriges Kleeblatt oder das ein oder andere Kräutlein, das der andere nicht hat.  Der eine wurde 2 Stunden früher geschnitten. Der andere ist folglich etwas frischer… etc.. Allein, der Esel weiß es nicht, kann es nicht wissen. Wir sehen, Informationen sind essentiell bei der Entscheidungshilfe. Was aber tun bei einem Überangebot von Informationen? Von Kriterien, die einer sensiblen und genauen Prüfung bedürfen. Sei es bei Kauf- oder Investitionsentscheidungen, bei der Wahl zwischen Jobangeboten und vielem mehr. Pragmatisch wäre, der Esel sagte sich: Da ich keine allumfassende Bewertung treffen kann, auch nicht die Möglichkeit habe, kompetente über jedweden Zweifel erhabene Berater, die nicht ihre eigene Agenda verfolgen,  um Rat  zu fragen, verfahre ich so: Ich nehme mir zunächst den einen Haufen vor. Dann habe ich in Gestalt des zweiten Haufens Futter für weitere Tage. Problem gelöst.  Aber bringen Sie das mal einem Esel bei.