Freitag, 3. April 2020

Kundenbindung durch sinnvolle Werbegeschenke in Krisenzeiten



Beim Kauf eines Schmerzgels (13€+) in der Apotheke gab es eine Kunststoffkugel als Beigabe. Es sei ein Aktivitätsball informiert die Umverpackung. Aktivität ist gerade in Zeiten von Corona das Gebot. Nur was fängt man an mit einem Ball, dessen Hüpfqualitäten eher bescheiden sind und zudem ein verspielter Hund nicht greifbar ist. Naheliegend: Man lege die Kugel in die Handinnenfläche und balle dann die Hand zur Faust. Das wirkt kräftigend und ist überdies nachhaltig. Denn Anlässe, um die Hand (in der Tasche) zur Faust zu ballen, gibt es genug. Selbst nach Ablauf der Krise. Über die Beschreibung weiterer Aktivitätsanwendungen ist der Verfasser dieser Zeilen dankbar.



Samstag, 21. März 2020

Corona Partys und die Beach Boys



Angesichts der zahlreichen von Ordnungskräften aufgelösten sogenannten ‚Corona-Partys‘ suchen wir Rat und Anregung, wie so etwas zu verhindern wäre. Wir finden das bei den Beach Boys und den handfesten Eziehungsmaßnahmen der 1960er Jahre. Der Refrain des BB Titels ‚Fun Fun Fun‘ geht so:
„And she'll have fun fun fun 'Til her daddy takes the t-bird (Ford Thunderbird) away.“
Wir lernen, Sanktionen gegen das Fehlverhalten spaßgetriebener, erlebnisorientierter Mitmenschen, die das Virus als Spaßbremse und zudem als ‚Boomer Remover‘ in dem Irrglauben empfinden, es könne ihrer Alterskohorte nichts anhaben, könnten auf dem Fuß folgen. Denn das Privileg, mit dem t-bird zu cruisen, wird in dem Song beispielhaft entzogen. Zugleich deutet der Song auch die Möglichkeit eines generationsübergreifenden Handelns bei Respektierung der jeweiligen Positionen an. Einfach mal reinhören.


PS: Damit sei nicht behauptet, dass die Beach Boys stets und immer Vorbildcharakter für sich beanspruchen können. Man denke an die Vita von Brian Wilson.

Donnerstag, 19. März 2020

Kampfvers 1 Corona



In Städten dieser Tage,
 da ist das Klopapier soo knapp. 
 Wohl dem,der jetzt noch Bücher* hat.

* geeignet scheinen eher Bücher mit der Papierqualität von Disneys lustigen Taschenbüchern. Winklers Weltliteratur Dünndruckausgabe bringt es nicht. Hingegen haben die großen Werke mehr Seiten. Zudem ist jedweder Kontakt mit Literatur ein Gewinn. Schließlich diffundiert Gehalt hin und wieder auch mal in die Gegenrichtung. Und ist es nicht schön, ohne Angeberei behaupten zu können, man sei bei 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' bereits auf Seite 1986?

Mittwoch, 11. März 2020

Über Nazis, Rassisten und Kekse



Die Keksfirma Bahlsen gerät unter schlimmen Verdacht. Hatte sie doch einen schokoüberzogenen Keks (Vollmilch oder Zartbitter) ‚Afrika‘ benannt. Und das stößt einigen weltanschaulich gefestigten Zeitgenossen übel auf. (siehe: https://www.welt.de/wirtschaft/article206457863/Rassismus-Vorwurf-Erregung-ueber-Bahlsen-Keks-Afrika.html.) Hätte Bahlsen seinen Keks ‚von Trotha‘ oder ‚Lettow-Vorbeck‘ genannt, die Empörung wäre leichter nachzuvollziehen. Aber Afrika? Ist Afrika als Name für ein Parfüm etwa ok, für einen Keks aber nicht? Das zu diskutieren, ist hier nicht der Ort. Keine Frage. Es ist Aufgabe jedes aufrecht denkenden und fühlenden Menschen, Spuren von Faschismus und Rassismus in Sprache und Denken zu entlarven und anzuprangern.  Wir brauchen eine radikale Bewegung, die den Spuren von Rassismus und Faschismus bis in die feinsten Verästelungen hinein nachgeht.  Nennen wir sie Saubersprech in Anlehnung an G. Orwells 'Neusprech'. Da ist viel an Aufklärungsarbeit zu leisten. Greifen wir einmal den Produktnamen Audi heraus. Audi ist der Imperativ von audere (lat. für hören.) Übersetzt heißt das auch 'horch!' Horch hieß eine Automobilfirma in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit den teuren und großen Produkten der Firma Horch ließen sich Nazigrößen gerne herumkutschieren. Audi feiert somit in seinem Namen die Verbindungen zu Deutschlands dunkelster Geschichte. Wenn schon Imperativ und Latein dann vielleicht ‚tace‘ (tacere: deutsch für schweigen). Also wird ‚Audi‘ zu ‚Tace‘ und kappt so verantwortungsvoll und radikal ungute Assoziationen. Damit nicht genug.
Der Klavierbauer Steinway zum Beispiel. Die Instrumente haben mehr weiße als schwarze Tasten. Das kann als subtile Nähe zu White Supremacy interpretiert werden.
Es gibt viel zu tun.  Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde. Zum Ende noch eine kleine Episode:
Straßenumfrage für das Schweizer Fernsehen in der Fußgängerzone Hannovers.
Frage des Reporters an einen Passanten: Woran  denken Sie, wenn Sie die Schweizer Flagge sehen?
A: Oralverkehr?
F: Bei der Schweizer Flagge? Wieso das?
A: Ich denke immer an Oralverkehr.



Dienstag, 10. März 2020

Der Einzelhandel in Zeiten des Corona-Virus

Kurze Bestandstaufnahme beim freundlichen Supermarkt um die Ecke.
Läuft super: Toilettenpapier, Konserven, Nudeln und Aufbackware. Steht wie Blei: Corona Bier. Solidarische Stützungskäufe sind nicht empfohlen, weil kein deutsches Reinheitsgebot.