Montag, 1. Juni 2020

Trockenheit, Ahorn und Getränke frei Haus


Der Ahorn ist schon ne coole Sau. Einige Ahornbäume schmeissen einfach hin. Sagen sich: Mir passt das hier nicht. Die ganze Trockenheit. Gibt es hier keine Getränke?  Ab jetzt nur noch eingeschränkte Photosynthese. Seht doch zu, wo ihr euren Sauerstoff und den anderen Scheiß herbekommt. I.e. vom Ahorn lernen, heißt Haltung lernen. In der Arbeitswelt ist mit so einer Verweigerungshaltung nicht viel zu beginnen. Das weiß auch die Peak XY GmbH aus Wuppertal. Deshalb bietet sie dem Texter neben flachen Hierarchien, 100% remotes Arbeiten, Home Office und überdies kostenlose Getränke. Diese kostenlosen Getränke dürften laut Annonce-Text wohl auch ins Home Office geliefert werden. Falls nun noch die Wahl der Getränke dem Home-Office-Mitarbeiter obliegt …. Besser wird das nicht. Was mal wieder beweist: Menschlicher Einfallsreichtum ist der bloßen Natur um Längen voraus.

Samstag, 16. Mai 2020

Das Prinzip Home-Office ist offenbar gescheitert

Das Prinzip Home-Office hat sich offenbar nicht überall und stets bewährt. Indiz: Selbst Teile des Inventars drängt es in den allgemein zugänglichen, weithin analogen öffentlichen Raum. Ist das bereits die Wende, der Beginn einer Revision?

Montag, 27. April 2020

Anstrengungs- und pietätslose Grundversorgung (Eine Parabel)



Einige Enten unterwegs am Rautenstrauchkanal in Köln konzentriert ins Auge gefasst von einem puscheligen, weißen Kleinsthund. Die Hundeführerin, eine ältere Dame, beugt sich zu ihm hinunter, fingert ein Bröckchen Fleisch aus einer Tupperdose und spricht zu ihrem Wauzi: „Schätzelein, nimm ein Stück Ente!“



Mittwoch, 15. April 2020

Über das Praktische und die Philosophie


(Fundstück. Aus den Archiven eines Unbekannten)

Lassen Sie mich über einen Freund erzählen, der – nicht nur weil er einsam war und die Nähe eines atmenden Wesens wünschte, das ihm zugleich die Komplexität und damit verbundene Unbill allzu zwischenmenschlichen Verkehrs mildern hülfe - sich einen Hund anschaffen und diesen sich zum Freunde machen wollte.

Zugleich müsste dieser Hund einer Rasse angehören, die mit Fug und Recht zu den klügsten und geschicktesten zu zählen wäre. Ungefähr Kniehöhe sollte das brave Tier im ausgewachsenen Zustand erreichen.

Diesen wollte er Kierkegaard nennen. Wobei Kierkegaard wie (kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ) auszurufen sei, also mit einem offenen AO-Laut gegen Ende und nicht wie Uneingeweihte vielleicht meinen, mit einem harten RD.

Diese Namensgebung in Tateinheit mit angeborener und weiter entwickelter Gelehrigkeit des Tieres adelte seinen Besitzer.

So wird sich das Tier bei dem Ruf „kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ“ selbst aus der spielerischst in sich verwuselten Hundemeute folgsam seinem Herren zugesellen, anstatt wie die anderen zwangloseren und nachlässiger gehaltenen Stadthunde in ihren tierischen Tun fortzufahren.

Zugleich wäre der Ruf „ kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ“ Statement und Positionsbestimmung. Denn wer kennt schon Kierkegaard?

Aus dem situativen Zusammenwirken von Befehl und Befolgung ergäben sich kommunikative Anknüpfungspunkte mit fasziniert Unwissenden  - bevorzugt mit weiblichen Menschen schön an Gestalt und Witz.

Der zu erzielenden Wirkung aus Bildung, Sehnen und schließlich praktisch umgesetzter Sexualität kam jedoch der Teufel Räsonieren in die Quere.

Mein Freund wohnt im 3. Stock eines älteren Bürgerhauses, dessen Treppenaufgang nicht anders als steil zu bezeichnen ist.

Die Beschwer beim Erklimmen der Treppenstufen sei keinem Hund zumutbar, räsonierte mein Freund. Denn auf lange Sicht stellen sich irreparable Schäden an Wirbelsäule und Bewegungsapparat ein. Den Hund neben etwaigen Einkäufen wie etwa Bierkisten in den 3.Stock zu tragen, ist zudem dem Hundehalter nicht zu zumuten.

Und so bleibt der Hund Kierkegaard eine Utopie bis vielleicht eines fernen Tages eine ebenerdige und weitläufige Lebenssituation geschaffen ist zu Nutz und Frommen von Mensch und Hund.

Ach Scheiße Sören!