Das Prinzip Home-Office hat sich offenbar nicht überall und stets
bewährt. Indiz: Selbst Teile des Inventars drängt es in den allgemein
zugänglichen, weithin analogen öffentlichen Raum. Ist das bereits die
Wende, der Beginn einer Revision?
Samstag, 16. Mai 2020
Montag, 27. April 2020
Anstrengungs- und pietätslose Grundversorgung (Eine Parabel)
Einige Enten unterwegs am Rautenstrauchkanal in Köln
konzentriert ins Auge gefasst von einem puscheligen, weißen Kleinsthund. Die
Hundeführerin, eine ältere Dame, beugt sich zu ihm hinunter, fingert ein
Bröckchen Fleisch aus einer Tupperdose und spricht zu ihrem Wauzi:
„Schätzelein, nimm ein Stück Ente!“
Mittwoch, 15. April 2020
Über das Praktische und die Philosophie
(Fundstück. Aus den Archiven eines Unbekannten)
Lassen Sie mich über einen Freund erzählen,
der – nicht nur weil er einsam war und die Nähe eines atmenden Wesens wünschte,
das ihm zugleich die Komplexität und damit verbundene Unbill allzu zwischenmenschlichen
Verkehrs mildern hülfe - sich einen Hund anschaffen und diesen sich zum Freunde
machen wollte.
Zugleich müsste dieser Hund einer Rasse
angehören, die mit Fug und Recht zu den klügsten und geschicktesten zu zählen
wäre. Ungefähr Kniehöhe sollte das brave Tier im ausgewachsenen Zustand
erreichen.
Diesen wollte er Kierkegaard nennen. Wobei
Kierkegaard wie (kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ)
auszurufen sei, also mit einem offenen AO-Laut gegen Ende und nicht wie
Uneingeweihte vielleicht meinen, mit einem harten RD.
Diese Namensgebung in Tateinheit mit
angeborener und weiter entwickelter Gelehrigkeit des Tieres adelte seinen Besitzer.
So wird sich das Tier bei dem Ruf „kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ“
selbst aus der spielerischst in sich verwuselten Hundemeute folgsam seinem
Herren zugesellen, anstatt wie die anderen zwangloseren und nachlässiger
gehaltenen Stadthunde in ihren tierischen Tun fortzufahren.
Zugleich wäre der Ruf „ kʰiɔ̯g̊əˌg̊ɔːˀ“
Statement und Positionsbestimmung. Denn wer kennt schon Kierkegaard?
Aus dem situativen Zusammenwirken von Befehl
und Befolgung ergäben sich kommunikative Anknüpfungspunkte mit fasziniert
Unwissenden - bevorzugt mit weiblichen
Menschen schön an Gestalt und Witz.
Der zu erzielenden Wirkung aus Bildung,
Sehnen und schließlich praktisch umgesetzter Sexualität kam jedoch der Teufel
Räsonieren in die Quere.
Mein Freund wohnt im 3. Stock eines älteren
Bürgerhauses, dessen Treppenaufgang nicht anders als steil zu bezeichnen ist.
Die Beschwer beim Erklimmen der
Treppenstufen sei keinem Hund zumutbar, räsonierte mein Freund. Denn auf lange
Sicht stellen sich irreparable Schäden an Wirbelsäule und Bewegungsapparat ein.
Den Hund neben etwaigen Einkäufen wie etwa Bierkisten in den 3.Stock zu tragen,
ist zudem dem Hundehalter nicht zu zumuten.
Und so bleibt der Hund Kierkegaard eine
Utopie bis vielleicht eines fernen Tages eine ebenerdige und weitläufige
Lebenssituation geschaffen ist zu Nutz und Frommen von Mensch und Hund.
Ach Scheiße Sören!
Freitag, 3. April 2020
Kundenbindung durch sinnvolle Werbegeschenke in Krisenzeiten
Beim Kauf eines Schmerzgels (13€+) in der Apotheke gab es
eine Kunststoffkugel als Beigabe. Es sei ein Aktivitätsball informiert die
Umverpackung. Aktivität ist gerade in Zeiten von Corona das Gebot. Nur was
fängt man an mit einem Ball, dessen Hüpfqualitäten eher bescheiden sind und
zudem ein verspielter Hund nicht greifbar ist. Naheliegend: Man lege die Kugel
in die Handinnenfläche und balle dann die Hand zur Faust. Das wirkt kräftigend
und ist überdies nachhaltig. Denn Anlässe, um die Hand (in der Tasche) zur
Faust zu ballen, gibt es genug. Selbst nach Ablauf der Krise. Über die
Beschreibung weiterer Aktivitätsanwendungen ist der Verfasser dieser Zeilen
dankbar.
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