Sonntag, 11. September 2022

Groß denken in schwierigen Zeiten

 


Ein Schock sei es, befand jüngst ein einigermaßen seriöses Nachrichtenmagazin. Gemeint ist, dass nunmehr auch die E-Automobilisten höhere Kosten für den Antriebsstrom deutlich zu spüren bekommen. Dieses Klagen muss nicht sein. Ihnen kann geholfen werden, mit einer technischen Lösung: Jedes Auto bekommt sein eigenes Windkraftwerk. Je schneller man fährt, desto mehr Strom wird erzeugt, damit man noch schneller und weiter fahren kann.

 Als S-Version steht eine drehbare Variante zur Verfügung. Dann kann man die Anlage in den Wind drehen, falls man mal parken muss. Zudem werden insbesondere an windreichen Orten – etwa auf Deichkronen – Parkplätze eingerichtet.  Dann kann das Auto aufladen, während die Insassen mit Hund  und Kind am  Strand spazieren gehen. Eine geringe Parkgebühr wird erhoben. Diese Einnahmen werden verwendet, um sukzessive die Deiche massiver und höher zu bauen, falls das mit dem globalen Abschmelzen der Eismassen doch schneller als erwartet passieren sollte. Als SE- Version gibt es das auch zum Einklappen. So kommt man in die Garage oder das Parkhaus.

Zwar wird ein derartiger Aufbau zu einem kleinen Verlust des Fahrkomforts führen. Insbesondere das rasante Durchfahren von Kurven wird nicht mehr wie gewohnt möglich sein. Das sollte allerdings akzeptabel sein.

Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Ich kann nicht zeichnen. Deshalb bitte jetzt keine Jobangebote als Designer oder Grafiker. Als Finder von Lösungen bin ich aber ziemlich gut. Das Original der Zeichnung kann gegen Höchstgebot erworben werden. Etwa als Ikone für ein zu gründendes Fahrtwindanlagenunternehmen.                                

 

Mittwoch, 17. August 2022

LinkedIn ist tot

TicToc ebenso und all das, was wir gern als Social Media bezeichnen. Smartphones und andere Computer sind endgültig  nutzlos.  Es gibt allenfalls noch 2 Stunden Strom pro Tag. Um wichtige Botschaften an CIOs, CFOs, Unternehmenspatriachen, Mitarbeitende,  den Kantinenkoch, customern auf ihrer journey, stakeholdern aller Art - und nicht zu vergessen -  der Verwandtschaft zu senden, wird der Mensch stets Mittel und Wege finden.

 

 


Mittwoch, 10. August 2022

Italien zum Mitnehmen

 
Eine Benachrichtigung von Kaufland in Prospektform: 'HOL DIR ITALIEN NACH HAUSE' in Großbuchstaben. Wassollerscheiß? Ich soll mein Heim mit Cosa Nostra, Wassermangel, überteuerten und überlaufenen Touristenorten anfüllen, überkommene sardische Blutracherituale pflegen? Nein, auch Petersdom und Papst finden nicht meinen Beifall. Die sollten schön bleiben wo sie sind. Italien hat berückende Steilküsten. Aber selbst ein Teil davon im Promillebereich würde mein Zuhause überfordern. Och nee, dem Texter ist nix Netteres eingefallen. Überdies haben die Marketingmenschen tatsächlich Italien auf Dinge wie Lavazza Crema (9.49 statt 14,94) oder Frosta Tagliatelle Wildlachs (2,22)reduziert. Wie wir alle wissen, ist Wildlachs der Fisch, der im großen Maßstab aus dem Mittelmeer geholt wird. Man sagt sogar, dass die alten Römer trockenen Fußes nach Sizilien gelangten. So voller Wildlachs war das da. Die Zeit verrinnt
, doch der Wildlachs als die italienische Küche prägender Speisefisch bleibt. Mittlerweile gibt es auch Fähren, weil der Lachs nicht mehr so häufig ist. Bleibt noch Frosta. Das klingt irgendwie - italienisch?? Die Firma hat ihren Sitz in Bremerhaven. Ist ja auch irgendwas mit Meer.

Dienstag, 5. Juli 2022

Plakatwände vermitteln das große HÄ?



Hin und wieder frage ich mich, ob es nicht besser sei, Plakatwände in ihrer leeren Unschuld zu belassen, statt... Mag auch sein, ich verstehe die subtilen Botschaften der Werbetreibenden nicht. Falls mir jemand helfen kann, wäre ich dankbar, könnte man mir einige meiner Fragen beantworten.
1) Was gibt es zum Einschlafen für 13,99? Vielen reicht zum Schlummern bereits ein Liter Bier oder weniger. Ein Liter Markenbier ersteht man bei Aldi für 1,99€. Und da ist das Pfand schon dabei.
2)Das Grundgesetz kommt für 13,99 unter den Hammer. Schlechter Deal. Man wende sich an die Bundeszentrale für politische Bildung. Da gibt es das deutlich billiger.
3) Das Grundgesetz ist zum Einpennen? Nanana....
4) Der Hammer konnotiert 'Gerichtsverhandlung'. In deutschen Gerichtssälen wird man so einen Hammer wohl nicht finden. Hier geht nicht: Im Namen des Volkes --> Rumms.
Derartige Hammer sind in angloamerikanischen Filmen zu Hause. MaW. visuelle Importware und kein Teil hiesiger Rechtspflege.
5) Wurde das Grundgesetz bereits verfilmt?

Mittwoch, 22. Juni 2022

Apotheken. Der letzte Hort der Ehrlichkeit

 


Was ich an Apotheken mag und schätze ist die absolute Ehrlichkeit der dort Beschäftigten.

Neulich nun beim Kauf eines rezeptfreien Medikaments:

Apothekerin: Wundern Sie sich nicht. Das hat eine neue Verpackung.

Ich: Warum sollte ich mich wundern, mach' ich schon länger nicht mehr.

Apothekerin: Haben Sie ne Ahnung. Viele Kunden sagen dann:  Das sieht anders aus. Das ist nicht mein Medikament.... Sie wollen mich vergiften!!!

Ich: Und? Wollen Sie?

Apothekerin: Selbstverständlich wollen wir.

Bricht in Gelächter aus, ihre Kollegin stimmt mit ein.

Samstag, 18. Juni 2022

Gleiches Recht für Sommer und Winter



Derzeit läuft in eilender Vorausahnung über den armen Befüllungsstand der Gasspeicher Deutschlands ein Unterbietungswettbewerb. Es heißt, der Gesetzgeber möge dafür sorgen, dass auch Wohnungs-Zimmertemperaturen von weniger als 20 Grad statthaft seien. 16 Grad wurden bereits in die Diskussion geworfen. Denn der Vermieter habe dafür zu sorgen, dass die gesetzlich definierte Temperatur, bei deren Unterschreitung nicht Mieterbund und Kadi eingeschaltet werden, den Bewohnern des Mietobjekts tatsächlich angeboten werden kann.
Wie vieles bei gesetzgeberischen Planungen kommt dieser an sich schätzenswerte Vorschlag zu spät. Weniger als 20 Grad in Innenräumen, das käme mir derzeit gerade recht. Heute früh um 8 außen 25 Grad, innen 24. Die Nächte sind schwül (im konkreten Sinne), der Schlaf beschwert, die Atmung flach. Und die Temperaturen steigen. Hier bitte schön sollte der Gesetzgeber mal einschreiten. Gleiches Recht auf menschengerechte Temperaturen. Gleiches Recht für/im Sommer und Winter. Wo sind wir denn hier?

Donnerstag, 9. Juni 2022

Psychologie und Wirtschaft. Eine Kurzanleitung zu Mentalitätsfragen

 

Allenthalben regiert Enttäuschung und Frust darüber, dass multinationale Ölkonzerne und Sprithersteller die Steuererleichterungen nicht an die tankende Kundschaft weitergeben. Das Vorhaben war naiv. Denn war es jemals anders? Man reicht solchen Konzernen die Hand, sie nehmen diese auch und behalten sie. So ist eben deren Mentalität. Die muss man berücksichtigen und nutzen. Jetzt mal anders. Vor Jahren machte dieser europäische Politiker, der während eines Besuches beim Scheich eine Erfahrung. Einfach um mal nett und plaudativ zu sein sagte er: Ihr habt aber schöne Kamele. Nun fühlt sich der Scheich verpflichtet und antwortete: Mein Freund, suche Dir eines aus. Ich schenke es Dir. Das ist eben seine Mentalität.  Der Politiker hat  zwar ein Kamel aber auch ein Problem: Was tun mit dem Kamel? (Augen auf beim Loben. Hätte er mal die Pferde…. wegen seiner reitbegeisterten Tochter ) Ähnlich soll es jemandem ergangen sein, der die Sammlung exklusiver Scheich-Sportwagen lobte. Mentalität des Gastgebers verhalf dem Lobenden zu einem neuen oder klassischen Sportwagen. Man sagt den Deutschen ja nach, sie seien eher schroff, penibel und steuerten die Hacken zusammenschlagend und humorfrei auf das Verhandlungsziel los. Ohne Rücksicht auf Mentalitätsdispositionen.

So, jetzt aber angewandte Energiepolitik. Der Robertminister z.B. besucht die Scheichs wiederum und sagt: Ihr habt aber schönes Öl.  Das muss er aber taktisch klug und wie nebenbei sagen, damit die sich nicht brüskiert fühlen. Nur dann greift wieder deren Mentalität. Sie können nicht anders als zu sagen: Mein Freund. Ja das Öl. Nimm Dir so viel Du willst. Der Minister kommt zurück in seine Heimat, verkauft das Geschenk  mit einem klitzekleinen Aufschlag, der bei ihm verbleibt, wird als Held gefeiert und als Problemlöser zum Präsidenten gewählt. Leute, so geht Wirtschaft. Mentalitäten richtig und geschickt nutzen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

(Das Motivbild ist ein Ausschnitt aus dem Gemälde mit dem Titel 'Tom Waits' von Claire Mesnil www.clairemesnil.info)